Mobile Apps und Games |Alles nur Spielerei?
Mobile Apps und Games |Alles nur Spielerei?

Reto Senn, bitforge, zeigte in diesem Guerilla-Seminar die App-Entwicklung in der Praxis

 

Die technologische Entwicklung der Smartphon in den letzten Jahren hat die Programmierer von kleinen Anwendungsprogrammen (Apps) in eine neue Dimension getrieben. Dazu ist die Vermarktung von Apps heute auf dem Stand einer Dschungelexpedition, jeder meint, er kenne die Richtung, keiner aber den Weg. Jedes Entwicklungsteam hackt sich seine eigene Schneise durch den Urwald. Social Media, Banner-oder Viral-Marketing: Wer weiss den Weg im App-Store oder den verschiedenen anderen Plattformen im Bereich Android, Microsoft, Nokia usw. Themen, die im Referat von Reto Senn, einem Programmierer mit eigenen Erfahrungen, sehr gut aufgezeigt wurden.

Im ersten Teil seiner Präsentation zeigte Reto Senn die Grundlagen der Technik, welche beim Programmieren von Spielen für die Navigation oder Orientierung in den Smartphones benutzt werden. Mit der Einführung des iPhone ist die technische Umsetzung der Befehlseingabe für den Nutzer per Fingerzeig intuitiver geworden und kann so auch für Spiele besser genutzt werden. Manche Systeme können mehrere gleichzeitige Berührungen zu Befehlen verarbeiten (Multi-Touch), um zum Beispiel angezeigte Elemente zu drehen oder zu skalieren, was immer mehr für die App- Spiele genutzt wird. Dabei zeigte Reto Senn mit der App, welche für das Atelier Pfister erstellt wurde, wie die Nutzung der Navigation sowie der Kamera im Handy funktioniert. Die in der App vorhandenen Möbel können in einem von der Handykamera gemachten Bild frei platziert werden und man kann so seine Einrichtung gemütlich von zu Hause planen.

 

Die zeitlich unberechenbaren Qualitätsprozesse der Marktplatzbetreiber machen einen konzertierten Launch einer App auf verschiedenen Plattformen fast unmöglich. Wer einen gemeinsamen Launch aller Plattformen plant, lernt bald einige unverrückbare Realitäten kennen. Wer klug ist, erkennt das und konzentriert sich im Schweizer Markt auf die Entwicklung einer iPhone App. Also lehnt man sich einmal entspannt zurück und schaut, wie das Spiel oder die Applikation vom Markt angenommen wird. Sicher ist für Reto Senn aber auch, dass der Android-Markt in den USA um einiges grösser ist als der iTunes Store und somit werden sich die Märkte in der Schweiz auch in Zukunft entsprechend verschieben und diesen Gegebenheiten anpassen. Momentan muss für die verschiedenen Plattformen praktisch eine eigene Applikation erstellt werden.

 

Die Projektplanung hat bei der Erstellung einer App eine ganz entscheidende Rolle und die Zusammenarbeit mit Agenturen und Apple ist dabei zentral. Für die Umsetzung einer App steht den Programmierern in der Regel nicht viel Zeit zur Verfügung, darum ist eine Planung nach Projektphasen extrem wichtig: ohne zu viele Nachtschichten. Als Beispiel stellte er das für Coop auf Weihnacht 2011 erstellte Game vor und zeigte dabei, wie mit den verschiednen Programmen eine Animation entsteht, in welcher die Engel durch eine virtuelle Welt fliegen.

 

Bei aller technologischen Entwicklung und neuen sozialen Kanälen ist die Vermarktung von Apps sehr schwierig. Bei den über 400‘000 Applikationen im iTunes-Store wird nicht jede gefunden. Dazu braucht es die Unterstützung von klassischen Medien, wie zum Beispiel gedruckte Flyer oder ein gut gestaltetes Inserat. Hier müssen die bestehenden Kanäle sich besser mit den Smartphones vernetzen.

 

Mit seiner Begeisterung zeigte Reto Senn, wie im Bereich der App-Entwicklung gearbeitet wird, auch wenn nicht jeder mit einem Spiel zum Millionär wird. In der angeregten Diskussion beim Apéro konnten dann die Teilnehmer/innen noch nutzen, um dem Referenten die eine oder andere Frage zu stellen.

 

Links:
bitforge

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